Sonderforschungsbereich 950

Manuskriptkulturen in Asien, Afrika und Europa


02/2016manuskript des monats

Ein Manuskript zum Bekehren des Lesers?
Religion und Beeinflussung in einer mittelalterlichen
arabischen Textsammlung


UB Leipzig, ms. or. 377, f. 83r

Zu Beginn des 10. Jahrhunderts umfasste der Islam so viele Themen und Begriffe, dass es nicht einfach war, den Überblick zu wahren. Abhilfe schaffte Abū Ḥātim ar-Rāzī (gestorben ca. 933) mit seiner Enzyklopädie Kitāb az-Zīna, was mit „Buch des Schmucks“ übersetzt werden kann. Denn wer die richtige Bedeutung der vielen theologischen und religiösen Fachwörter kenne, so heißt es im Vorwort, könne sich mit diesem Wissen schmücken. Das hier vorgestellte Manuskript enthält die Fragmente dreier Texte, darunter die älteste Abschrift des Kitāb az-Zīna. Diese Blätter bilden damit das früheste Textzeugnis der Ismailiten, einer schiitischen Gruppe, zu der Abū Ḥātim ar-Rāzī gehörte. Zwischen den Zeilen liest man heraus, dass diese Gruppe die einzig rechtmäßige sei. Sollte das Manuskript womöglich seine Leser bekehren?

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aktuelles

Internationales Netzwerk unter Beteiligung des SFB 950 erhält Förderung

Ein von Professor Jinhua Chen, University of British Columbia, geleitetes Konsortium mit mehr als 40 Wissenschaftlern von mehr als 20 Universitäten aus der ganzen Welt wird auf sieben Jahre vom kanadischen Social Sciences and Humanities Research Council gefördert. Unter dem Titel „From the ground up: East Asian religions through multi-media sources and interdisciplinary perspectives“ sollen neue Quellen, darunter vor allem Manuskripte und Inschriften, dazu beitragen, Geschichte und Gegenwart der Religionen Ostasiens jenseits von nationalistischen Paradigmen neu zu verstehen. Der SFB gehört zu den Antragstellern und ist für die ersten zwei Jahre im „Central Steering Committee“ vertreten.


Neue Ausgabe von „manuscript cultures“

Nummer 9 der Open-Access-Zeitschrift manuscript cultures ist soeben erschienen. Das PDF steht zum kostenlosen Download bereit. Diese Ausgabe ist der zweisprachige Katalog zu der Ausstellung: „Wunder der erschaffenen Dinge – Osmanische Manuskripte in Hamburger Sammlungen“ in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg.


Ausstellung: „Wunder der erschaffenen Dinge“ – Osmanische Manuskripte in Hamburger Sammlungen
16. September – 30. Oktober 2016

Erstmals wird eine Auswahl der osmanischen Manuskripte in Hamburger Sammlungen in einer Ausstellung zusammengeführt. Die Ausstellung in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg repräsentiert die Vielzahl der Manuskriptkulturen, in denen sich die verschiedenen Ethnien, Sprachen und Konfessionen des bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts bestehenden Osmanischen Reiches widerspiegeln. Den Kern der Ausstellung bilden Manuskripte mit osmanisch-türkischen Texten in arabischer Schrift. Aufwendig gearbeitete Objekte wie Kalenderrollen, Orden und Tableaus rahmen das von Hand geschriebene Wort oder heben die Ästhetik der Schrift hervor. Ein reich bebilderter Ausstellungsband erscheint in der Zeitschriftenreihe manuscript cultures des SFB 950. Der Eintritt ist frei.


Neue Petra Kappert Fellows im August 2016

Prof. Dr. Malachi Beit-Arié ist emeritierter Professor für Kodikologie und Paläographie an der Hebrew University of Jerusalem. Zu seinen Forschungsgebieten gehören mittelalterliche hebräische Kodikologie, Paläographie und die Überlieferung hebräischer Texte im Mittelalter. Professor Beit-Arié ist außerdem Gründer und Leiter von SfarData, einer kodikologischen Datenbank für mittelalterliche hebräische Manuskripte.
Dr. Nurit Pasternak ist Wissenschaftlerin im Hebrew Paleography Project an der Hebrew University of Jerusalem. Ihre Forschungsgebiete sind unter anderen hebräische Kodikologie, das Judentum in der italienischen Renaissance und Buchzensur.
Die Fellwos werden bis Ende September 2016 am SFB bleiben.


Universität Hamburg verleiht Dr. Cécile Michel den Titel „Professorin“

Der Assyriologin Dr. Cécile Michel vom Centre national de la recherche scientifique (CNRS), auswärtiges Mitglied des SFB, wurde im Juli von der Universität Hamburg der akademische Titel „Professorin“ verliehen. Sie wird im Wintersemster 2016/17 ihre Lehrtätigkeit aufnehmen. Der SFB gratuliert und freut sich über noch engere Zusammenarbeit!


Neuer Band in der Reihe 'Studies in Manuscript Cultures'

Unter dem Titel „Tracing Manuscripts in Time and Space through Paratexts” ist Band 7 aus der Reihe Studies in Manuscript Cultures bei de Gruyter erschienen. In dem Band, herausgegeben von Giovanni Ciotti und Hang Lin, untersuchen die Autoren Paratexte in Manuskripten aus Asien, Afrika und Europa und zeigen deren Bedeutung für das Verständnis der Entstehung, der Überlieferung, des Gebrauchs und der Rezeption der Manuskripte. Der vorliegende Band 7 ist der vierte aus der Reihe, der als Open Acess verfügbar ist.
Details und eBook


termine

27. September - 1. Oktober 2016 | Workshop
Summer School in Ethiopian and
Eritrean Manuscript Studies


Weitere Informationen
Hiob Ludolf Zentrum, Alsterterrasse 1


4. Oktober 2016, 13 Uhr | Disputation
Marco Heiles, M.A.
Universität Hamburg
Lesersteuerung in deutschsprachigen Losbüchern des ausgehenden Mittelalters
CSMC, Warburgstraße 26, Raum 2002


6. - 8. Oktober 2016 | Workshop
Textual and Material Craftmanship:
What does copying a manuscript mean?


Programm mit Abstracts und Poster
Università degli Studi di Napoli L'Orientale, Neapel, Italien


9. - 12. November 2016 | Konferenz
The Emergence of Multiple-Text Manuscripts

Informationen und Registrierung
CSMC, Warburgstraße 26


14. - 15. November 2016 | Workshop
Himalayan Papers

Informationen und Registrierung
CSMC, Warburgstraße 26


17. November 2016, 18 Uhr | Vortrag
Prof. Dr. Ronald Suleski
Suffolk University Boston
A Hand-written Family Genealogy. Constructing the Family in Republican China: Shandong 1944
CSMC, Warburgstraße 26, Raum 0001


8. Dezember 2016, 18 Uhr | Vortrag
Prof. Dr. Inga Mai Groote
Universität Heidelberg
TBA
CSMC, Warburgstraße 26, Raum 0001


15. Dezember 2016, 18 Uhr | Vortrag
Ilse Sturkenboom, M.A.
University of St Andrews
The Divān of Sultan Aḥmad Jalāʾir (d. 1410) and the Re-Appreciation of Chinese-Style Design in Persian Manuscripts
CSMC, Warburgstraße 26, Raum 0001