Sonderforschungsbereich 950

Manuskriptkulturen in Asien, Afrika und Europa


manuskript des monats


MS Sierra Texupan, S. 59

Drei Kulturtraditionen, zwei Schriftsysteme und eine Einkaufsliste: Der Codex Sierra Texupan

Als sich der Staub nach der Eroberung des Aztekenreiches durch die Spanier im Jahr 1521 etwas gelegt hatte, wurde in Mesoamerika, einem Gebiet, welches das heutige Mexiko und Zentralamerika umfasst, eine neue Staatsform eingeführt: das Vizekönigreich Neuspanien. Die Übernahme der Verwaltung war für die Spanier vor allem kulturell kompliziert, da die Atzeken in mehr als dreihundert Städten im Südosten der Region über eine Bevölkerung von sieben Millionen Menschen geherrscht hatten, einschließlich der Otomi, Totonaken, Mixteken und anderer Völker. Jedes einzelne von ihnen hatte seine eigenen Sprachen und Dialekte. Und nun sollten spanisch-, italienisch- und französischsprachige Europäer mit den einheimischen Völkern auf Nahuatl, der lingua franca der Azteken, kommunizieren, während sie sich gleichzeitig darum bemühten, unter den Einheimischen ein lateinisches Schriftsystem einzuführen. Wie sind die Schreiber mit diesen Anforderungen an die Kommunikation umgegangen?

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aktuelles


CSMC vorübergehend geschlossen, keine Veranstaltungen bis Ende April

Aufgrund der anhaltenden Coronavirus (COVID-19) Situation hat das CSMC vorübergehend geschlossen. Die Mitarbeierinnen und Mitarbeiter werden im Homeoffice weiterarbeiten. Wir werden über alle bevorstehenden Veranstaltungen informieren, sobald weitere Informationen verfügbar sind. Bis Ende April werden keine öffentlichen Veranstaltungen stattfinden.


Eröffnungsfeier des Exzellenzclusters „Understanding Written Artefacts“ (UWA) am 27. März abgesagt

Die für den 27. März geplante Eröffnungsfeierlichkeiten im Exzellenzcluster UWA müssen auf Anweisung des Präsidenten der Universität Hamburg wegen des Corona-Virus d bedauerlicherweise abgesagt werden. Wir bitten um Ihr Verständnis.


Stellenausschreibungen für das
Exzellenzcluster

Im Rahmen des Exzellenzclusters „Understanding Written Artefacts“ schreibt die Universität Hamburg neue Stellen aus.
Weitere Informationen und Ausschreibungen


Ausstellung:
Die Macht der Schrift – Die Manuskriptkultur der Toba-Batak aus Nord-Sumatra
19. März – 17. Mai 2020
MARKK Museum am Rothenbaum

Eröffnung: 18. März 2020, 18.00 Uhr

Eine gemeinsam kuratierte Ausstellung des Museums am Rothenbaum – Kunst und Kulturen der Welt (MARKK) und des Centre for the Study of Manuscript Cultures (CSMC) präsentiert die Schriftkultur der Toba-Batak, die sich durch ihre Vielfalt von Manuskripten und beschriebenen Objekten auszeichnet. Ausgestellt werden Manuskripte aus Baumrinde, Knochen und Bambus sowie beschriebene Objekte, die die Wirkmacht von Schrift und Schreiben bezeugen und vorrangig magisch-medizinischen Zwecken dienten. Der Arzt und Missionar Johannes Winkler hatte sich während seiner Aufenthalte auf Sumatra mit einem Priester – datu – angefreundet und viele der Objekte im frühen 20. Jh. gesammelt.


Neue Petra Kappert Fellow

Dr. Iris Iran Farkhondeh promovierte 2017 in Indologie an der Universität Sorbonne Nouvelle - Paris 3. Sie verbrachte sechs Monate als Gonda-Stipendiatin in Leiden, um an ihrer kritischen Ausgabe einer Sanskrit-Satire über Kurtisanen aus dem 11. Jahrhundert, der Samayamātṛkā der kaschmirischen Autorin Kṣemendra zu arbeiten. Diese Satire hatte sie im Rahmen ihrer Dissertation über Die Darstellung weiblicher Charaktere in der Sanskrit-Literatur von Kaschmir, 8. bis 12. Jahrhundert ins Französische übersetzt.
Ihr neues Forschungsprojekt konzentriert sich auf das diachrone Studium von Sanskrit-Handschriften, die in Kaschmir in der Schrift Śāradā geschrieben wurden. Der erste Schritt ihres Projekts besteht in der Beschreibung von datierten Śāradā Manuskripten in einer Datenbank, die sie online zur Verfügung stellen will. Ihre Datenbank könnte in einem späteren Stadium kollaborativ werden. Ihre Studie über die kaschmirische Manuskriptkultur wird zu den bisher nicht datierten Manuskripten beitragen. Der von ihr organisierte Workshop über Śāradā Manuskripte wird am 6. und 7. März 2020 in Hamburg stattfinden. Sie wird bis Ende April 2020 im CSMC bleiben.


Zwei neue Bände in der Reihe Studies in Manuscript Cultures (SMC)

Im Dezember 2019 sind zwei neue Bände in der CSMC Buchreihe Studies in Manuscript Cultures erschienen: Dividing Texts von Bidur Bhattarai und The Emergence of Multiple-Text Manuscripts, herausgegeben von Alessandro Bausi, Michael Friedrich und Marilena Maniaci.
Auf dem indischen Subkontinent wurde über einen langen Zeitraum hinweg eine
erstaunlich große Zahl von Manuskripten produziert. Bhattarai beleuchtet die visuelle Organisation von Texten in nepalesischen und nordindischen Manuskripten, die größtenteils aus der Zeit von 800 bis 1300 n. Chr. stammen. In Dividing Texts: Conventions of Visual Text-Organisation in Nepalese and North Indian Manuscripts (SMC 10) untersucht er  Schreibpraktiken und Manuskriptproduktion sowie deren Funktionen in rituellen Kontexten verschiedener Regionen von Indien und Nepal.
Praktiken des Auswählens und Exzerpierens, des Zusammenfassens und Kanonisierens sowie des Anordnens und Organisierens von Texten und bildlichen Elementen finden sich in allen Manuskriptkulturen, gleich ob die Manuskripte sorgfältig geplant sind oder nicht. Solche Prozesse werden bestimmt durch intellektuelle oder praktische Bedürfnisse und sind nie neutral. Die daraus resultierende Nachbarschaft vormals einander ferner Inhalte stellen früheres Wissen in Frage und lösen weitere Entwicklungen aus. Der Band The Emergence of Multiple-Text Manuscripts (SMC 17) beschäftigt sich an Hand von zahlreichen Fallbeispielen mit Manuskripten, die geplant oder im Laufe der Zeit gewachsen mehr als einen Text umfassen – von den Kulturen Chinas, Indiens und des islamisch geprägten Asien bis hin zu denen Spaniens und Äthiopiens sowie vom frühen und koptischen Christentum bis hin zum mittelalterlichen Europa.
Beide Bände sind über Open Access zugänglich.


Neuer Petra Kappert Fellow

Dr. David Durand-Guédy (Teheran) ist spezialisiert auf die Geschichte des mittelalterlichen Iran, insbesondere der vormongolischen Zeit. Er wird an zwei enshā-Manuskripten arbeiten, einer Sammlung von Briefen, die im Iran des 13. Jahrhunderts entstanden sind. Zusammen mit Jürgen Paul wid er einen Workshop organisieren, der sich mit schriftlichen Artefakten beschäftigt, die für den Eigengebrauch des Autors hergestellt wurden (By one’s own hand – for one’s own use. Anthologies  and Multiple Text Manuscripts, 2.-21. Februar 2020). Er wird bis Ende März 2020 am CSMC arbeiten.


termine

02. April 2020, 10 Uhr | Informal Talk VERSCHOBEN
Dr. Iris Iran Farkhondeh
Université Sorbonne Nouvelle-Paris 3
CSMC, Warburgstraße 26, Raum 2002


28. April 2020,16 Uhr | Ringvorlesung
Maps and Colours
Dr. Diana Lange (Hamburg), Dr. Benjamin van der Linde (Hamburg)
Understanding hand-coloured maps-or why maps and colours should not be studied separately
CSMC, Warburgstraße 26, Raum 0001


05. Mai 2020,16 Uhr | Ringvorlesung
Maps and Colours
Dr. Peter Zietlow (Hamburg)
Identifying colourants - Non- and minimal-invasive analysis of pigments and dyes
CSMC, Warburgstraße 26, Raum 0001


12. Mai 2020,16 Uhr | Ringvorlesung
Maps and Colours
Juliette Dumasy-Rabineau (Orléans)
Colours on French local maps from 14th to 16th century
CSMC, Warburgstraße 26, Raum 0001


14. - 16. Mai 2020 | Konferenz
"Tied and Bound": How to Keep Things Together
CSMC, Warburgstraße 26


14. Mai 2020,19 Uhr | Vortrag
Roberta Zollo (Hamburg)
Approaches to Batak writing culture - presentation of research on Batak Manuscripts/a>
Museum am Rothenbaum. Kulturen und Künste der Welt (MARKK),Rothenbaumchaussee 64, 20148 Hamburg


19. Mai 2020,16 Uhr | Ringvorlesung
Maps and Colours
Professor Dr.Carla Lois (Buenos Aires)
Latin American Independencies and Challenges for the “Yellow Spanish America”. The political use of colours in world maps in the 19th century.
CSMC, Warburgstraße 26, Raum 0001


26. Mai 2020,16 Uhr | Ringvorlesung
Maps and Colours
Dr.Nadja Danilenko (Hamburg)
Color-coding the Islamic world. How the maps in the Book of Routes and Realms (10th c.) transformed during its transmission
CSMC, Warburgstraße 26, Raum 0001


09. Juni 2020,16 Uhr | Ringvorlesung
Maps and Colours
Jun.-Prof. Dr.Hanna Wimmer ( Hamburg)
'Till we found a sea of green': Colour in medieval maps
CSMC, Warburgstraße 26, Raum 0001


11. Juni 2020, 18 Uhr | Vortrag
Eröffnungsvortrag für den Workshop On Letters II
CSMC, Warburgstraße 26, Raum 0001