Sonderforschungsbereich 950

Manuskriptkulturen in Asien, Afrika und Europa


manuskript des monats


MS Sierra Texupan, S. 59

Drei Kulturtraditionen, zwei Schriftsysteme und eine Einkaufsliste: Der Codex Sierra Texupan

Als sich der Staub nach der Eroberung des Aztekenreiches durch die Spanier im Jahr 1521 etwas gelegt hatte, wurde in Mesoamerika, einem Gebiet, welches das heutige Mexiko und Zentralamerika umfasst, eine neue Staatsform eingeführt: das Vizekönigreich Neuspanien. Die Übernahme der Verwaltung war für die Spanier vor allem kulturell kompliziert, da die Atzeken in mehr als dreihundert Städten im Südosten der Region über eine Bevölkerung von sieben Millionen Menschen geherrscht hatten, einschließlich der Otomi, Totonaken, Mixteken und anderer Völker. Jedes einzelne von ihnen hatte seine eigenen Sprachen und Dialekte. Und nun sollten spanisch-, italienisch- und französischsprachige Europäer mit den einheimischen Völkern auf Nahuatl, der lingua franca der Azteken, kommunizieren, während sie sich gleichzeitig darum bemühten, unter den Einheimischen ein lateinisches Schriftsystem einzuführen. Wie sind die Schreiber mit diesen Anforderungen an die Kommunikation umgegangen?

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Zwei neue Bände in der Reihe Studies in Manuscript Cultures (SMC)

Im Dezember 2019 sind zwei neue Bände in der CSMC Buchreihe Studies in Manuscript Cultures erschienen: Dividing Texts von Bidur Bhattarai und The Emergence of Multiple-Text Manuscripts, herausgegeben von Alessandro Bausi, Michael Friedrich und Marilena Maniaci.
Auf dem indischen Subkontinent wurde über einen langen Zeitraum hinweg eine
erstaunlich große Zahl von Manuskripten produziert. Bhattarai beleuchtet die visuelle Organisation von Texten in nepalesischen und nordindischen Manuskripten, die größtenteils aus der Zeit von 800 bis 1300 n. Chr. stammen. In Dividing Texts: Conventions of Visual Text-Organisation in Nepalese and North Indian Manuscripts (SMC 10) untersucht er  Schreibpraktiken und Manuskriptproduktion sowie deren Funktionen in rituellen Kontexten verschiedener Regionen von Indien und Nepal.
Praktiken des Auswählens und Exzerpierens, des Zusammenfassens und Kanonisierens sowie des Anordnens und Organisierens von Texten und bildlichen Elementen finden sich in allen Manuskriptkulturen, gleich ob die Manuskripte sorgfältig geplant sind oder nicht. Solche Prozesse werden bestimmt durch intellektuelle oder praktische Bedürfnisse und sind nie neutral. Die daraus resultierende Nachbarschaft vormals einander ferner Inhalte stellen früheres Wissen in Frage und lösen weitere Entwicklungen aus. Der Band The Emergence of Multiple-Text Manuscripts (SMC 17) beschäftigt sich an Hand von zahlreichen Fallbeispielen mit Manuskripten, die geplant oder im Laufe der Zeit gewachsen mehr als einen Text umfassen – von den Kulturen Chinas, Indiens und des islamisch geprägten Asien bis hin zu denen Spaniens und Äthiopiens sowie vom frühen und koptischen Christentum bis hin zum mittelalterlichen Europa.
Beide Bände sind über Open Access zugänglich.


Neuer Petra Kappert Fellow

Dr. David Durand-Guédy (Teheran) ist spezialisiert auf die Geschichte des mittelalterlichen Iran, insbesondere der vormongolischen Zeit. Er wird an zwei enshā-Manuskripten arbeiten, einer Sammlung von Briefen, die im Iran des 13. Jahrhunderts entstanden sind. Zusammen mit Jürgen Paul wid er einen Workshop organisieren, der sich mit schriftlichen Artefakten beschäftigt, die für den Eigengebrauch des Autors hergestellt wurden (By one’s own hand – for one’s own use. Anthologies  and Multiple Text Manuscripts, 2.-21. Februar 2020). Er wird bis Ende März 2020 am CSMC arbeiten.


termine

30. Januar 2020,18 Uhr | Vortrag
Professor Dr. Lorenz Korn
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Patronage and Religious Politics: Epigraphic programmes in mosques of the Saljuq period in Iran (11th-12th cent.)
CSMC, Warburgstraße 26, Raum 0001


07. - 08. Februar 2020 | Workshop
The Centre for the Study of Manuscript Cultures of the University of Hamburg,
Āśā Saphūkuthi (Āśā Archives) HillMuseum & Manuscript Library, USA (HMML)Care and Conservation of Manuscripts and Artefacts in Nepal
Āśā Archives, Kulambhulu, Kathmandu, Nepal


09. - 18. Februar 2020 | Workshop
The Centre for the Study of Manuscript Cultures of the University of Hamburg,
Āśā Saphūkuthi (Āśā Archives) HillMuseum & Manuscript Library, USA (HMML)Care and Conservation of Manuscripts and Artefacts in Nepal
Āśā Archives, Kulambhulu, Kathmandu, Nepal


10. - 14. Februar 2020 | Workshop
Winter School on Cuneiform Culture

Informationen und Anmeldung
CSMC, Warburgstraße 26


14. - 15. Februar 2020, 12:30 Uhr | Workshop
Professor Dr. Andreas Haug (Julius-Maximilians-Universität Würzburg),
Professor Dr. Felix Heinzer (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg)Bridging the Gap
CSMC, Warburgstraße 26, Raum 0001


20. - 21. Februar 2020 | Workshop
By one’s own hand – for one’s own use. Anthologies and Multiple Text Manuscripts
CSMC, Warburgstraße 26


6.-7. März 2020 | Workshop
Śāradā Manuscripts
CSMC, Warburgstraße 26


13. März 2020, 14 Uhr | Buchvorstellung
Professor Dr. Alessandro Bausi
Professor Dr. Kaja Harter-Uibopuu
Universität Hamburg
Recueil des Inscriptions de l’Éthiopie des périodes pré-axoumite et axoumite (RIÉ IIIB):
A landmark in Ethiopian epigraphy

CSMC, Warburgstraße 26, Raum 0001


20. - 21. März 2020, 9 Uhr | Workshop
Professor Dr Michael Friedrich
Dr Agniezska Helman-Wazny
Universität Hamburg
The elusive connection. Manuscripts and rituals of the Bon and Naxi traditions
CSMC, Warburgstraße 26, Raum 0001