Forschergruppe

Manuskriptkulturen in Asien und Afrika


Laufzeit: 2008 - 2011

Viele Kulturen Asiens und Afrikas waren Manuskriptkulturen, manche sind es heute noch. Auch wenn die Technik des Buchdrucks für einzelne Genres oder bestimmte Zwecke längst bekannt und populär war, wurde ein bedeutender Teil des Wissens weiterhin anhand von Manuskripten bewahrt und tradiert. Im Gegensatz zum westeuropäischen Mittelalter sind die meisten Manuskriptkulturen Asiens und Afrikas nur ansatzweise bekannt, wenn auch inzwischen im Zuge nationaler Selbstvergewisserung in vielen Regionen eine Rückbesinnung auf dieses reiche kulturelle Erbe stattfindet.

Das Interesse an Manuskripten im Westen ist wesentlich bestimmt durch methodische Neuorientierungen innerhalb der historischen Wissenschaften, etwa die Öffnung hin zu materieller und Alltagskultur sowie neuer Analysemöglichkeiten anhand der digitalen Technik. Damit einher geht ein medienwissenschaftliches Interesse allgemeiner Art. Die aktuelle Diskussion von Medienwechsel und Mediendifferenz basiert jedoch, trotz sehr unterschiedlicher Positionen, auf einer kaum je thematisierten Voraussetzung: der Verallgemeinerbarkeit des westeuropäischen Paradigmas.

Vor diesem Hintergrund verfolgt die Forschergruppe das Ziel, anhand von exemplarischen Studien einen Beitrag zur historischen und vergleichenden Erforschung des Phänomens Manuskriptkultur zu leisten. Die Pluralität der behandelten Kulturen gewährleistet, daß die Überwindung des engeren europäischen Horizontes nicht simplen Dichotomien ("Osten vs. Westen") verfällt.

Sprecher: Prof. Dr. Michael Friedrich | Stellvertretender Sprecher: Prof. Dr. Jörg Quenzer

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