Sonderforschungsbereich 950

Manuskriptkulturen in Asien, Afrika und Europa


manuskript des monats


Cod. Guelf. 125 Gud. lat., fol. 61r.
Ergebnis der Multispektralanalyse.

Figuren unter der Schrift: Die Wiederentdeckung mittelalterlicher Zeichnungen in einem Manuskript

Beim Durchblättern des Epos Bellum civile („Über den Bürgerkrieg“) des römischen Dichters Lucan, dem Text im zweiten Teil des Codex Guelf. 125 Gud. lat. in der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel, fällt die gleichmäßige braune Schrift, eine für den Anfang des 12. Jahrhunderts typische karolingische Minuskel, mit ihren reich verzierten Initialen in Rot und Grün ins Auge. Der zweispaltige Text weist auf zahlreichen Seiten Interlinearglossen auf, die vermutlich von Mönchen oder Geistlichen beim Kopieren des Haupttexts hinzugefügt wurden. Bei genauerem Hinsehen bemerkt man auf einigen Manuskriptseiten die mit bloßem Auge kaum wahrnehmbaren Spuren von Zeichnungen zwischen den Buchstaben. Untersuchungen mit Streiflichtverfahren, Ultraviolettfotografie, Mikroskopie und Multispektralkameras haben offenbart, dass die Blätter vor der Übertragung des Lucan-Textes ein ganz anderes Leben führten.

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aktuelles

Bewerbungsaufruf für das Exzellenzcluster

Im Rahmen des Exzellenzclusters „Understanding Written Artefacts“ schreibt die Universität Hamburg neue Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter (m/w) aus.
Weitere Informationen und Ausschreibungen


Mitglied des SFB 950 erhält Orden der Ehrenlegion

Professor Cécile Michel wurde am 1. April 2019 vom Präsidenten des Centre National des Recherches Scientifiques (CNRS) mit dem Orden eines Ritters der Ehrenlegion ausgezeichnet. > Foto


Neuer Petra Kappert Fellow im SFB 950

Prof. Dr. William G. Boltz von der University of Washington in Seattle ist Philologe und Spezialist für die Geschichte und frühe Entwicklung der chinesischen Schrift. Zurzeit erforscht er frühe chinesische Manuskripte und die Grammatik des klassischen Chinesisch. Er wird bis Ende Juni 2019 am SFB 950 bleiben.


Zweigstelle des CSMC in Kathmandu

Das Centre for the Study of Manuscript Cultures (CSMC) der Universität Hamburg hat zum 1. Oktober 2018 seine neue Zweigstelle in Kathmandu, Nepal, in Betrieb genommen. Durch die Mietgemeinschaft mit dem Südasien-Institut der Universität Heidelberg (SAI), das seit einigen Jahren im Stadtbezirk Lalitpur ein Regionalbüro unterhält, können die verschiedenen deutschen Forschungsinitiativen in der Region nun gebündelt werden.
Das CSMC wird künftig von dieser Niederlassung aus seine Projekte zur reichhaltigen Schriftkultur in Südasien koordinieren. Seit dem Frühjahr 2018 laufen die Vorbereitungen für Maßnahmen zum Erhalt der Palmblatt-Manuskriptbestände in nepalesischen Archiven und Bibliotheken. Als Koordinator ist Dr. Bidur Bhattarai vor Ort.


Exzellenzcluster für Hamburger Manuskriptforschung!

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des SFB 950 und weiterer Institutionen waren mit ihrem Antrag in der Exzellenzstrategie erfolgreich: Am 27. September bewilligte die DFG das Cluster „Understanding Written Artefacts“, das zum 1. Januar 2019 seine Arbeit aufnehmen wird.


Neuer Petra Kappert Fellow im SFB 950

Ondřej Škrabal hat Sinologie an der Karls-Universität in Prag und Chinesische Geschichte an der Universität Beijing studiert. Seine Forschung konzentriert sich vor allem auf Altchinesische Bronzeartefakte und deren Inschriften. Er wird bis Ende Juni 2019 am SFB 950 bleiben.


Neues französisch-deutsches
Kooperationsprojekt am SFB 950

Emmanuel Francis (CNRS-CEIAS, Paris) und Eva Wilden (CSMC) haben soeben einen kollaboratives französisch-deutsches ANR-DFG-Projekt für drei Jahre bewilligt bekommen, das im März 2019 anlaufen soll. Unter dem Titel TST: „Texts Surrounding Texts – Satellite Stanzas, Prefaces and Colophons in South-Indian Manuscripts (collections of the Paris BnF and Hamburg Stabi)“ werden sie ein internationales Team von Spezialisten zusammenbringen, das die beiden genannten Sammlungen von südindischen Palmblatt-Manuskripten katalogisieren und untersuchen soll, wobei der Pariser Anteil der Handschriften überwiegend in Tamil, der Hamburger Anteil überwiegend in Sanskrit verfasst ist.


Neuer Band in der Reihe Studies in Manuscript Cultures (SMC)

Pasquale Orsini beschreibt in Studies on Greek and Coptic Majuscule Scripts and Books (SMC 15) Besonderheiten verschiedener Schrifttypen in ihren Kontexten. Dabei geht er den Fragen nach, wo, wann, von wem und zu welchem Zweck die einzelnen Textzeugen produziert wurden. Der komparatistische Ansatz zeigt Probleme und Grenzen der paläographischen Methode auf und erlaubt Rückschlüsse, die auch auf andere Manuskriptkulturen anwendbar sind. SMC 15 ist als Open-Access-Datei frei zugänglich. Die erste Rezension finden Sie hier.


Neuer Band der Zeitschrift manuscripts cultures erschienen

Band 11 der Zeitschrift manuscript cultures enthält neben Beiträgen zur 2. Konferenz „Natural Sciences and Technology in Manuscript Analysis“, die 2016 am SFB 950 stattfand, einige Artikel von SFB-Projekten zu verwandten Themen.


BMBF fördert Forschungsverbund

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert ab dem 1. August 2018 für drei Jahre das Verbundprojekt ‚Kolorierte Landkarten‘. Beteiligt sind das CSMC (Prof. Dr. Oliver Hahn) und das Mineralogische Museum, CeNak, (Prof. Dr. Jochen Schlüter) der Universität Hamburg, die Stiftung Hanseatisches Wirtschaftsarchiv (Kathrin Enzel) und das Museum am Rothenbaum in Hamburg (Dr. Susanne Knödel). Der Verbund widmet sich der kunsttechnologischen sowie der kunst- und kulturhistorischen Untersuchung einer Auswahl von handgezeichneten Landkarten und handkolorierten Drucken aus dem europäischen und ostasiatischen Raum, produziert zwischen dem 15. und 20. Jahrhundert.


Grundlagenforschung zu organischen Beschreibstoffen am SFB 950

Prof. Dr. Markus Fischer, Mitglied des SFB 950, hat zusammen mit mehreren Kolleginnen und Kollegen eine Studie zur naturwissenschaftlichen Untersuchung von Papier und Palmblättern vorgelegt. Die Studie ist Teil des Netzwerks „Artefact Profiling“ zur Erforschung von schrifttragenden Objekten. Neben der Hamburg School for Food Science (HSFS) und dem Institut für Holzwissenschaften gehören u.a. der Sonderforschungsforschungsbereich 950 „Manuskriptkulturen in Asien, Afrika und Europa“ und das Mineralogisch-Petrographische Institut sowie das Institut für Keramische Hochleistungswerkstoffe der Technischen Universität Hamburg dazu.


Software-Tool zum Handschriftenvergleich veröffentlicht

Das Programm „Handwriting Analysis Tool (HAT 2)“ vergleicht bekannte und unbekannte Handschriften anhand von digitalen Bildern von Manuskripten. Das Programm, das von Hussein Mohammed im SFB 950 entwickelt wurde, kann dank einer Creative Commons-Lizenz (CC-BY-NC) kostenlos heruntergeladen und benutzt werden.


termine

9. Mai 2019, 18 Uhr | Vortrag
Prof. Dr. Marilena Maniaci
University of Cassino and Southern Lazio
Codicology of the Scroll
CSMC, Warburgstraße 26, Raum 0001


23. Mai 2019, 14 Uhr | Informal Talk
Dr. Isabelle Marthot-Santaniello & Dr. Vlad Atanasiu
Universität Basel
D-scribes: A New Project on Digital Palaeography of Greek and Coptic Papyri
CSMC, Warburgstraße 26, Raum 2002


23. Mai 2019, 18 Uhr | Vortrag
Seniorprofessor Felix Heinzer
Universität Hamburg
Authorizing a New Departure: Notker the Stammerer (d. 912) and his Sequences on the Stage of MSS Tradition
CSMC, Warburgstraße 26, Raum 0001


13. Juni 2019, 18 Uhr | Keynote Lecture
Manuscripts and Print in the Islamic Tradition Workshop
CSMC, Warburgstraße 26


14. - 15. Juni 2019 | Workshop
Manuscripts and Print in the Islamic Tradition
CSMC, Warburgstraße 26


21. - 22. Juni 2019 | Workshop
Traces of Oral Practices in Manuscripts
CSMC, Warburgstraße 26


5. - 7. Juli 2019 | Workshop
Illustrating the Past, Illustrating the Present
CSMC, Warburgstraße 26


9. - 10. Juli 2019 | Workshop
Manuscripts in Sinoxenic Scripts
CSMC, Warburgstraße 26


11. Juli 2019, 18 Uhr | Vortrag
Prof. Dr. Volkhard Krech
Ruhr Universität Bochum
TBA
CSMC, Warburgstraße 26, Raum 0001


22. - 23. November 2019 | Workshop
Bridging the Gap
CSMC, Warburgstraße 26