Sonderforschungsbereich 950

Manuskriptkulturen in Asien, Afrika und Europa


04/2013manuskript des monats

Sieben auf einen Streich
Ein vielsprachiges Manuskript der Österreichischen Nationalbibliothek



Cod. A.F.437, fol. 29v, Erstes Gebot
in fünf Sprachen (Deutsch: vorletzte
und letzte Zeile)

Das in arabischer Schrift geschriebene Manuskript wirkt auf den ersten Blick nicht außergewöhnlich. Man findet darin religiös-islamische, poetische und auch abergläubische Texte auf Arabisch, Persisch und Türkisch, das bis in die 1920er Jahre auch mit arabischen Buchstaben geschrieben wurde. Bei etwa einem Drittel der Blätter kommt man aber mit Kenntnissen dieser drei großen orientalischen Sprachen nicht weiter: Zwar ändert sich weder das Schriftsystem noch die Handschrift des Schreibers, aber es wird darauf verwiesen, dass nun kroatische, ungarische, deutsche und sogar lateinische Passagen folgen. Mit etwas Eingewöhnung entziffert man auch die ersten deutschen Worte „du solt nit andere getter neben mir haben“. Wie ist dieses Manuskript entstanden, das wirkt, als sei es aus einem Guss, und doch so Verschiedenartiges enthält, und für wen war es bestimmt?

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aktuelles

Rettung der Manuskripte aus Timbuktu

Auf Initiative der Gerda Henkel Stiftung und mit wissenschaftlicher Unterstützung des SFB 950 wurde im April eine Erkundungsreise unternommen, um einen Überblick über Zustand und Inhalt der aus Timbuktu geretteten Manuskriptsammlungen zu erhalten. Mit finanzieller Unterstützung der deutschen Botschaft in Mali und der Gerda Henkel Stiftung reisten Dmitry Bondarev und Eva Brozowsky vom 22. bis 28. April 2013 nach Bamako, wohin die Manuskripte gebracht worden waren. Das Team hat seine Mission erfolgreich abschließen können: etwa 95% aller Manuskripte aus Timbuktu, nach ersten Schätzungen etwa 285.000, befinden sich jetzt in Bamako. Ein Drittel ist jedoch in schlechtem Zustand und bedarf dringend konservatorischer Maßnahmen. Es existieren bereits Pläne zur Einrichtung einer Bibliothek und eines Forschungs- und Digitalisierungszentrums in Bamako.
Pressemeldungen der Gerda Henkel Stiftung und des Auswärtigen Amtes.

Ausführlicher Bericht aus Bamako


Promotionsstipendien im SFB 950

Mit Förderung durch den DAAD schreibt das integrierte Graduiertenkolleg des SFB 950 zwei Promotionsstipendien für ausländische Studierende ab April 2014 aus. Die Bewerbungsphase beginnt am 2. April 2013. Einsendeschluss ist der 31. Juli 2013.

Weitere Informationen und Bewerbungsrichtlinien


Tag der offenen Tür 2013

Am 31. Mai 2013 lädt der Sonderforschungsbereich 950 erneut zu einem Tag der offenen Tür ein. In diesem Jahr stehen Forschungsreisen nach Nepal und Mali im Zentrum der Veranstaltung. Präsentationen über den Stand der Forschung in verschiedenen Manuskriptkulturen und Vorführungen im SFB‐eigenen Manuskriptlabor versprechen einen spannenden Nachmittag.

Einladung und Programm zum Tag der offenen Tür 2013


Workshop
The Second(ary) Life of Manuscripts

Der erste gemeinsame Workshop aller Hamburger Forschungsprojekte zu Manuskripten findet vom 11.-13. Juli 2013 im SFB 950 statt. Die Teilnahme ist kostenlos, um Online-Anmeldung wird gebeten.

Weitere Informationen und Anmeldung


Konferenz
Manuscripts and Epigraphy

Vom 14. bis 16. November 2013 veranstaltet der SFB 950 die internationale Konferenz 'Manuscripts and Epigraphy' in Hamburg. Die Teilnahme ist kostenlos, um Online-Anmeldung wird gebeten.

Weitere Informationen und Anmeldung


termine

31. Mai 2013, 14-18 Uhr | Open Day
Der SFB 950 öffnet seine Türen für die Öffentlichkeit.
CSMC, Warburgstraße 26


18. Juni 2013, 18 Uhr | Vortrag
Pof. Dr. Gregory Crane,
Universität Leipzig
Open Data and the Reinvention of Philology for a Digital Age
CSMC, Warburgstraße 26


20. Juni 2013, 18 Uhr | Vortrag
Prof. Dr. Marwan Rashed,
École normale supérieure (ENS), Paris
CSMC, Warburgstraße 26